• Wasserknappheit! Kein Wasser für Mensch und Natur!
    Bevölkerung und Natur leiden wegen Erdogans Megaprojekten unter Wasserknappheit.
  • Zwangsumsiedelung! Erdogan siedelt zehntausende Menschen um, damit er sinnfreie Staudämme bauen kann. Es handelt sich dabei vor allem um Kurd:innen, was Erdogan gelegen kommt.
  • Ökologische Katastrophe! Türkei will Erdgasförderung im Mittelmeer und lässt sich dazu auf ein militärisches Kräftemessen ein.

Statt den Klimawandel anzuerkennen und die Bevölkerung darauf zu sensibilisieren, gibt sich der türkische Staat unter Erdogan uneinsichtig und ignoriert die Warnungen der Wissenschaft oder geht gar mit massiver Repression gegen Aktivist:Innen vor, welche die Klimapolitik offen anprangern.

Aber auch die Türkei ist stark vom Klimawandel betroffen: Einerseits verwüsten Überflutungen nach Starkregen ganze Provinzen, andererseits toben an der Mittelmeerküste verheerende Brände, wobei die Naturgewalten insgesamt mehrere hundert Menschenleben forderten.

In der 15-Millionenstadt Istanbul droht zudem die Wasserversorgung der Bevölkerung gar ganz einzubrechen. Bereits jetzt ist die Wasserversorgung in den Quartieren Istanbuls wegen maroder Leitungssysteme zeitweise komplett unterbrochen. Die Bevölkerung muss dann jeweils auf teures importiertes Wasser aus Flaschen zurückgreifen.

Erdogan lenkt währenddessen lieber ab und betreibt Propaganda mit dem Bau seiner Megaprojekte:

Der «Kanal Istanbul», soll das Schwarze Meer und das Marmarameer verbinden und den Bosporus entlasten. Was Erdogan verschweigt: Der Kanal soll auch mehrere Stauseen verbinden, welche als Wasserreservoirs für die Bevölkerung elementar sind und wegfallen
würden.

Mit dem Bau des ilisu-Staudamms hat Erdogan ein weiteres Riesenprojekt umgesetzt: 22 Staudämme nahe Syrien, Irak und Iran und mitten in kurdischem Gebiet sollen wirtschaftlichen Aufschwung bringen. Für diesen Bau hat Erdogan in einem Gebiet mit hauptsächlich Kurd:innen ca. 60’000 Menschen zwangsumgesiedelt sowie fast 200 Dörfer und archäologische Fundstätten geflutet. Rojava, das unterhalb des Staudamms liegt, wird dadurch ausgetrocknet. Starke lokale, regionale und internationale Proteste halfen nichts: seit 2020 ist der Staudamm in Betrieb. Dies wäre ohne Hilfe aus der Schweiz nicht möglich gewesen: so haben die Ingenieursbüros Stucky und Maggia bis zum Schluss mitgearbeitet, während die ABB/Alstom und die UBS erst unter massivstem öffentlichem Druck ihre Beteiligung zurückgezogen haben. Die Firmen aus der Schweiz hatten dabei die grössten Teilaufträge (470 Mio. CHF) des ganzen Projekts.

Durch die Privatisierung der Landwirtschaft ist es möglich, dass beispielsweise Wasserkraftwerke aufgestellt werden. Dafür werden Fliessgewässer zur Stromerzeugung gestaut. Diese Anlagen produzieren Strom und zerstören dabei die Natur, indem Bäche vollständig trockengelegt werden. Die umweltschädigende Wirtschaft betrifft besonders die Landbevölkerung. Sie spüren die Folgen der Zerstörung am eigenen Leibe, da sie schlicht keine Landwirtschaft mehr betreiben können. Deswegen gibt es momentan an über 80 Orten Aufstände, z.B. Waldbesetzungen, um Rodungen zu verhindern. Besonders im Gebiet des Schwarzen Meers laufen viele Protestaktionen.

Beim Kräftemessen der Türkei mit Griechenland geht es um eine geopolitische Frage: welcher Staat hat Anrecht auf die Erdgasvorkommen in Mittelmeer? Erdogan markiert durch militärische Operationen Präsenz. Die Auswirkungen der Erdgasförderung im Mittelmeer auf die Umwelt sind immens. Die Freisetzung des CO2 verstärkt den Klimawandel; ein potenzieller Unfall hätte enorme Folgen für Flora und Fauna im Mittelmeer.

In klassischer Manier des autoritären türkischen Staatssystems unter Erdogan wird betroffene Bevölkerung bei solchen Megaprojekten weder ausreichend informiert noch in die Planung miteinbezogen. Vielmehr wird bewusst auf deren Machtlosigkeit und Überrumpelung gesetzt, wenn es darum geht, Enteignungen und Vertreibungen durchzusetzen. Jeglicher Widerstand gegen Erdogans Vorzeigeprojekte wird mit martialischer Polizeigewalt im Keim zu ersticken versucht, um den Weg für Korruption und Profit zu ebnen.

Erdogan versucht mit solchen Projekten auch von der miserablen türkischen Wirtschaft abzulenken. Inflation, Währungs- und Schuldenkrisen sowie Strafzölle wirkten sich in den letzten Jahren negativ auf die Wirtschaft aus. Dass dies Erdogan, der seit fast 20 Jahren an der Macht ist, zu verantworten hat, versteht sich von selbst.

Wirtschaft:
https://de.wikipedia.org/wiki/Türkische_Währungs-_und_Schuldenkrise_2018
Ilisu:
https://www.srf.ch/news/international/ein-tal-vor-der-flut-wir-wollen-hier-nicht-weg
https://www.derstandard.at/story/2000110050915/ilisu-staudamm-ein-welterbe-versinkt-im-wasser
https://www2.weed-online.org/uploads/060710_weed_ilisu_netzversion.pdf
https://www.publiceye.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/detail/ilisu-staudamm-in-der-tuerkei-am-ende
Erdgas:
https://www.nzz.ch/international/tuerkei-griechenland-wettlauf-um-erdgas-im-mittelmeer-ld.1571955?reduced=true


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