• Erdogans Verwaltung will bereits Kinder religiös verheiraten dürfen.
  • Vergewaltiger sollen eine Strafminderung erhalten. Unzählige Vergewaltiger wurden aus den Gefängnissen entlassen, um in der Coronapandemie mehr Platz zu schaffen.
  • Erdogan stieg aus der Istanbuler-Konvention aus, welche Betroffene sexualisierter Gewalt schützt.
  • Die Gewalt gegen FLINT stieg unter Erdogan um über 1400%!
  • Die Türkei liess 3 revolutionäre Frauen in Paris umbringen.

Der Austritt der Türkei aus der Istanbul Konvention ist nur der vorläufige Höhepunkt einer Reihe politischer Angriffe Erdogans auf FLINT1. Eines der Werkzeuge zur Stärkung der religiös
fundamentalistischen Politik ist das Amt für religiöse Angelegenheiten (Diyanet).
Es veröffentlichte bereits am 8. März 2008 (dem Frauen*kampftag!) auf seiner Website ein Schriftwerk in dem es wie folgt heißt: „Der Feminismus hat aus ethischer und sozialer Sicht negative Folgen. Sobald eine Frau der feministischen Bewegung verfällt, erklärt sie mit der Idee der bedingungslosen Freiheit viele Regeln und Werte, die für die Familie unverzichtbar sind, für nichtig.“2
2018 erklärt Diyanet, dass Kinder in der Pubertät religiös verheiratet werden dürfen. Das Grenzalter für Mädchen liege bei 9, und bei Jungen bei 12 Jahren. Nach heftiger Kritik ruderte das Amt zwar zurück, jedoch werden diese Diskussionen um das Heiratsalter immer wieder öffentlich geführt, um die Gesellschaft an diesen Gedanken zu gewöhnen.
Eine weitere Diskussion ist das Vorhaben einer Strafminderung für Vergewaltiger, wenn sie ihre „Opfer“ heiraten. Die AKP versucht seit 2016 dieses Gesetz einzuführen. Zurecht ist der Widerspruch gegen dieses Vorhaben groß, denn es würde die Vergewaltigung legalisieren und Mädchen und Frauen zu Ehen mit ihren Peinigern zwingen.
Dass die Politik Erdogans sexuelle Gewalt gegen FLINT unterstützt zeigte er auch dadurch, dass während während der Coronapandemie tausende Vergewaltiger freigelassen wurden, während politische Gefangene keine Chancen auf Entlassung erhielten und der Pandemie schutzlos ausgeliefert sind.
Seit der Herrschaft Erdogans nahm die Gewalt gegen FLINT um mehr als 1400% zu, mittlerweile gibt es in der Türkei jeden Tag mehr als einen Femizid. Dies sind gewollte Folgen der patriarchalen Politik der AKP und ihrem islamistischen Fundamentalismus. So ist sexuelle Gewalt auch ein Mittel des Krieges. Türkische Soldaten wie auch ihre islamistischen Verbündeten begehen unvorstellbare Gräueltaten in besetzten Gebieten. Als Handyvideos aufgenommen sollen diese Taten Schrecken verbreiten und die Angst vergrössern.
Doch egal, ob in den türkischen Metropolen oder in den Berggebieten: Der feministische Widerstand wächst und wird grösser. FLINT widersetzen sich seit Jahren der Gewalt der Polizei und nehmen sich vereint immer wieder die Strasse. Jährlich protestieren am 8. März hunderttausende auf den Strassen.
In den Bergen der Südosttürkei/Nordkurdistan und in Rojava kämpfen die Frauenverteidigungseinheiten der kurdischen Bewegung und ihrer Verbündeten gegen das Patriarchat und bauen wo immer möglich feministische demokratische Strukturen auf.
Kampfverbände wie die YPJ und die YJA-Star riskieren ihr Leben unmittelbar für die feministische Revolution. Auch in türkischen kommunistischen Parteien mit bewaffneten Strukturen, wie der MLKP, DKP und der TKP-ML etablierten sich Fraueneinheiten, die vereint eine enorme Schlagkraft entwickeln können.
Seit dem ideologischen Wandel von Abdullah Öcalan, dem Vorsitzenden der PKK, wurde der Feminismus eine der Grundfesten des kurdischen Befreiungskampfes. In den befreiten Gebieten werden Frauenräte gegründet und politische Gremien mit Doppelspitzen besetzt. Es werden wichtige Schritte unternommen, um das Patriarchat zurückzudrängen und zu zerschlagen.
Umso härter versucht Erdogan zurückzuschlagen. So wurden im Januar 2013 die drei Revolutiuonärinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez in Paris von einem türkischen Agenten ermordet. Dieser Mord zeigt aber nicht nur auf, zu was der türkische Staat gewillt und in der Lage ist, sondern er zeigt auch seine Angst auf. Seine Ansgt vor einer organisierten feministischen Bewegung, vor starken und kämpferischen FLINT, vor dem Widerstand gegen das Patriarchat.

1: FLINT = Frauen, Inter, Nonbinär, Trans
2: https://www.hurriyet.com.tr/gundem/diyanet-feministleri-kizdirdi-8434696


news zum thema

  • demo: gegen die diktatur erdogans – keine schweizer kriegsgeschäfte!
    Demo: 9. März 2022, 19:00 Bahnhof Bern Am 9. März 2022 wird as Urteil im „KillErdogan“-Prozess gefällt. Doch ganz egal, wie das Gericht entscheiden wird: Der Widerstand gegen Erdogan und seine Kollaborateure muss auf die Strasse getragen werden.
  • spielball der geopolitik. frauenrechte in der türkei
    Der Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention wurde international kritisiert und rief bei türkischen Frauenorganisationen Entsetzen hervor. Die türkische Regierung besiegelt damit das Ende ihrer an Europa orientierten Geopolitik – und wiederholt ihre schon im 20. Jahrhundert praktizierte Instrumentalisierung der Frauenrechte. Text von Gescichte der Gegenwart
  • orf doku: die frauen armee der kurden
    Sie haben die Terrormiliz IS besiegt, doch die Hoffnungen der Kurden auf einen eigenen Staat sind wieder in weite Ferne gerückt. Mit der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien wurden zigtausende Kurden und Kurdinnen aus ihren selbstverwalteten Gebieten vertrieben. Die kurdischen Kämpferinnen sind zu einem wichtigen feministischen Symbol geworden […] Reportage von ORF